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Erzbischöfliche Theresia-Gerhardinger-Mädchenrealschule München-Au

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Streitschlichter


Individualität hat heutzutage schon einen hohen Stellenwert. Überall treffen unterschiedlichste Menschen mit gegensätzlichen Bedürfnissen und Wertvorstellungen aufeinander. Da werden aus Begegnungen leicht Reibungen, ganz natürliche Konflikte arten in aggressive Streitereien aus. Deshalb brauchen wir einen aktiven, gestaltenden und bewussten Umgang mit den Unterschieden zwischen Menschen, damit unsere Gesellschaft das potentielle Geschenk der Vielfalt nutzen kann. Denn wenn junge Menschen die Erfahrung machen, dass Freundschaften und Beziehungen auch im Konfliktfall tragfähig bleiben oder dass man auch mit denen, die einem zunächst ganz fremd erscheinen, eine persönliche Verständigung erarbeiten kann, erwerben sie Selbstvertrauen und persönliche Stärke im privaten wie im größeren sozialen Umfeld.

In der Schule behindern schwelende Konfliktherde, Mobbing-Attacken oder gewaltsame Lösungsversuche nicht nur emotionale und soziale Reifungsprozesse, sondern auch die Lernfähigkeit einzelner Schüler und ganzer Klassen. Die drei Dimensionen ganzheitlichen Lernens – also kognitives, emotionales und soziales Lernen – erfordern ein Schulklima von respektvoller Auseinandersetzung und Kommunikation. Dazu gehören unabdingbar mehr Selbstbestimmung und Eigenaktivität der Schülerinnen.

Hier setzt die Streitschlichtung in der Schule an. Bei diesem Verfahren zur Konfliktlösung vermitteln unparteiische Dritte aus der eigenen Altersgruppe zwischen den Streitparteien. Die Streitschlichter haben gelernt, die Beteiligten darin zu unterstützen, eine eigene Lösung für ihren Konflikt zu finden, mit der beide Streitparteien einverstanden sind. Das setzt voraus, dass die Schüler selbst Verantwortung übernehmen. Da sie im Rahmen der Schlichtung ihre eigenen Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse kennen und artikulieren lernen, werden sie Lösungen finden, an die sie sich dann auch halten. Es wird ihnen nichts von außen oder oben aufgezwungen. Streitschlichtung ist zukunftsorientiert und kennt keine Verlierer und keine Sündenböcke. Sie berücksichtigt aber immer die tatsächlichen Interessenten der Kontrahenten.