Blick zurück nach vorn: Das Wichtigste aus 50 Jahren Mittelschule/ Realschule in der Au

1951/ 52

Das erste Schuljahr im Neubau am Mariahilfplatz. Am 29. September wird das Schulhaus feierlich eingeweiht. 488 Schülerinnen in 11 Klassen besuchen die dreiklassige Mittelschule für Mädchen. Das Schulgeld beträgt 150 DM im Jahr. Die Pausen finden auf dem Mariahilfplatz statt.

1954/ 55

Bisher gab es keine Sechser. Aber mit der Bekanntmachung Nr. XI 90388 des Kultusministeriums vom 1. Dezember 1954 wird das bisherige Notensystem von 1 bis 5 (5 = nicht ausreichend) einheitlich im ganzen Bundesgebiet auf die Notenstufen 1 bis 6 festgelegt, die bis heute gültig sind.

1955/ 56

623 Schülerinnen in 14 Klassen besuchen die Mittelschule, so viele wie sonst nie. 

1958/ 59

Mit Genehmigung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 14. Mai 1958  Nr. XI 22 434 eröffnet die Anstalt eine Klasse der vierstufigen Form der Mittelschule. Von Seiten der Eltern besteht großes Interesse an der neuen Form, aber es können nicht alle Schülerinnen aufgenommen werden. Bis zum Schuljahr 1963/ 64 dauert der Übergang von der dreistufigen in die vierstufige Form.

1964/ 65

Aus der Mittelschule wird die Realschule. Nach 40 Jahren als Schulleiterin, zuerst im Anger, dann in der Au, übergibt Sr. M. Celine Rath die Leitung der Schule an  Sr. M. Elinor Walter, die aber nach 2 Jahren Schule und Kloster verlässt.

1966/67

Als Stellvertreterin führt Sr. M. Ancilla Rothenbücher ein Jahr die Schule. Die 9. und 10. Klassen fahren zum ersten Mal unter der Leitung der Sportlehrerin Frau Behrenz ins Skilager nach Bayrischzell aufs Sudelfeld. Mit dabei als Skifahrerinnen sind auch Sr. Marina Lanzl und Sr. Hildeberta Alka.

Sr. M. Imma Mack, die für ihren Widerstand im 3.Reich mit dem Bundesverdienstkreuz und der Medaille “München leuchtet“ ausgezeichnet wurde, unterrichtet als Fachlehrerin für Handarbeit an der Realschule, ebenso wie Sr. M. Salome Strasser als Fachlehrerin für Musik, die heutige Provinzoberin der Bayerischen Provinz der Armen Schulschwestern.

1967/68

Sr. M. Hiltrude Barth übernimmt die Schulleitung. Ihre Stellvertreterin bleibt bis 1970 Sr. M Ancilla Rothenbücher. 

1970/71

Herr Goßler, seit 1968 an der Schule, wird neuer Konrektor und behält diese Aufgabe bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst 1994. Aus der Not entstehen die Religionstage der 10. Klassen, da die unterrichtenden Geistlichen die Schulstunden neben ihrer Tätigkeit als Pfarrer halten. Die Schülerzeitung „Central“ 1971/ Nr. 3 schreibt darüber:

„Frau Direktorin hat sich an das neuartige Experiment herangewagt, die monatlichen Religionsstunden der 10. Klassen auf einen Tag zusammenzulegen. Die Klasse fährt dann morgens nach Schloss Fürstenried und verbringt einen Besinnungstag mit Diskussionen über weltliche und geistliche Themen.

Wir freuen uns sehr, diese neue Form des Religionsunterrichts kennen zu lernen. Gleichzeitig sind wir etwas erstaunt über den Mut, den Lehrer und Schulleitung aufgebracht haben, um sich an dieses Experiment heranzuwagen. Hoffentlich werden diese Neuerungen nicht gleich wieder vergessen werden."

Mit Pater Franz Muck von den Salesianern Don Boscos werden die Religionstage dann zu einer festen Einrichtung im Salesianum und es gibt sie bei uns als pastoralen Schwerpunkt heute noch, auch wenn es sie sonst nirgends gibt.

1977/78

Sr. M. Florentine Mittermeier, seit 1969 an der Schule, übernimmt die Schulleitung. Sr. Hiltrude bleibt als Lehrerin bis 1981 an der Schule.

Die neue Schulleiterin erarbeitet mit Lehrern, Eltern und Schülerinnen zusammen eine neue Hausordnung, die auch zur Grundlage der heutigen Hausordnung wurde.

1979/80

Zum ersten Mal werden im Advent jahrgangsstufenweise Familiengottesdienste angeboten, eine Einrichtung, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Mit den ersten beiden Computern Commodore 3032 beginnt an der Schule das digitale Zeitalter. Das Wahlfach Informatik wird eingeführt.

Aus Sicherheitsgründen muss das Treppengeländer erhöht werden und die Fenster im Turnsaal bekommen ein bruchsicheres Glas.

1982/83

Mit 4 weiteren Rechnern Commodore 8032 wird in der letzigen Lehrergarderobe ein erster Computerraum eingerichtet.

1983/84

Mit einem feierlichen Gottesdienst wird im Oktober im Salesianum mit 700 Teilnehmern der 150. Gründungstag der Armen Schulschwestern gefeiert.

Im Schulhaus sind umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig: Brandschutztüren werden eingebaut, die Türen gestrichen, der ehemalige große Saal (jetzt Zimmer 111) erhält eine Außentreppe und der Maschinenschreibsaal bekommt einen neuen Boden, Jalousien und neue Möbel.

Am 12. Juli 1984 geht am Abend in München ein so starkes Gewitter mit Hagel nieder, dass alle Fenster an der Westseite zu Bruch gehen. Die Reparatur gestaltet sich aus „Glasmangel“ langwierig.

Am 88. Deutschen Katholikentag beteiligen sich die 8. Klassen am Morgenlob der Jugend in der Paulskirche.

1984/85

Informatik wird an unserer Schule zum Wahlpflichtfach.

Am Ende des Schuljahres feiern wir zum ersten Mal ein Schulfest, vorbereitet von den einzelnen Klassen mit ihren Klassleitungen.

1985/86

Am 17. November 1987 wird die Gründerin der Armen Schulschwestern, M. Theresia Gerhardinger, in Rom selig gesprochen. 137 Schülerinnen, 30 Eltern und 16 Lehrer unserer Realschule nehmen an den Feierlichkeiten in Rom teil. Der erste gedruckte Jahresbericht erscheint.

1986/87

Im Oktober beginnen die Bauarbeiten für die neue unterirdische Sporthalle. Stahlträger werden in den Boden hineinvibriert, um eine Betonwanne für die Turnhalle im Hochwasserbett der Isar zu schaffen. Die Armen Schulschwestern nehmen die nicht unerheblichen Mehrkosten in Kauf, um den Schulgarten zu erhalten.

1987/88

Die neue Turnhalle wird am 15. Juli 1988 feierlich eingeweiht.

 Die Schule bekommt einen neuen Physiksaal mit Schülerarbeitsplätzen Dadurch wird die Wiedereinführung der naturwissenschaftlichen Wahlpflichtfächergruppe I möglich. 

1989/90

Die Armen Schulschwestern feiern ihr 150-jähriges Bestehen in der Au. Ein erstes Schulemblem ziert T-Shirts und den Jahresbericht:

 

Große Schäden richtet ein Sturm am 1. März 1990 an. In der Folgezeit werden sämtliche Fenster erneuert. Das Tagesheim wird umgebaut und in den Sommerferien wird in den Gängen und im Treppenhaus der Bodenbelag erneuert.

Ein neuer Computerraum mit 16 MS-DOS-Geräten wird im Erdgeschoss eingerichtet und befindet sich heute noch an dieser Stelle. Die Bildschirme waren schon farbig: bernsteinfarbene Schrift auf schwarzem Hintergrund; Basistext, Multiplan und dbase hießen die Standardprogramme.

1990/91

Die Schulpartnerschaft mit dem Svetits-Gymnasium der Armen Schulschwestern in Debrecen/ Ungarn beginnt und hält bis heute.

1991/92

Am 13. Februar 1992 wird vom Kultusministerium neun privaten Schulen für das nächste Schuljahr der Schulversuch 6-stufige Realschule geneh­migt. Wir sind eine dieser neun Schulen. Das Interesse der Eltern ist sehr groß, aber es darf nur eine 5. Klasse gebildet werden.

19992/93

Die 6-stufige Realschule beginnt. Zugleich wird der Morgenkreis und die freie Stillarbeit nach dem Marchthaler Plan eingeführt. Beide Neuerungen werden zu einem festen Bestandteil der Schule.

Die letzten Schreibmaschinen wandern ins Schulmuseum und werden durch Computer ersetzt: Maschinenschreiben wird zur elektronischen Textverarbeitung.

1993/94

An Christi Himmelfahrt (11. Mai) wird zum ersten Mal der Welttag der katholischen Schule gefeiert: weltweit gibt es etwa 400 000 katholische Schulen mit 40 000 000 Schülern.

An der Schule werden für die 7. und 9. Klassen fächerübergreifende Jahrgangsprojekte eingeführt. Die 7. Klassen fahren nach Regensburg, Kelheim und Eichstätt, die 9. Klassen nach Thüringen. Ein Projekttag bereitet die Fahrten vor oder nach.

1994/95

Frau Menth, die seit 1979 an der Schule wirkt, übernimmt die Stelle der Konrektorin.

Am 16. März 1995 wird der Verein der Freunde und Förderer der Realschule in der Au gegründet. Zur Vorsitzenden wird Frau Bierschneider, eine ehemalige Schülerin, gewählt. 1998 übernimmt Herr Kemker, ehemals Elternbeiratsvorsitzender, den Vorsitz. Er ist allen bekannt als der Mann, der beim Schulfest seit Anfang an den Leberkäs verkauft.

Der Dachgeschoss-Ausbau wird am 23. Mai mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht. Die Schule gewinnt dadurch zwei neue Klassenzimmer, einen Meditationsraum und einen Textilarbeitsraum. So kann der Schulversuch 6-stufige Realschule ausgeweitet werden.

Für die Wahlpflichtfächergruppe Französisch wird zusätzlich ein zweisprachiger Sachunterricht angeboten.

1995/96

Nach 18 Jahren als Schulleiterin verabschiedet sich Sr. M. Florentine Mittermeier. Mit Frau Maria Menth als Rektorin und Herrn Wolfgang Dirschl als Konrektor bekommt die Schule, und mit Sr. Johanna Breidenbach auch das Tagesheim, eine neue Leitung.

Der bayerische Senat besucht unsere Schule, um sich über die Erfahrungen mit der 6-stufigen Realschule zu informieren.

Am Ende des Schuljahres findet erstmals eine Projektwoche (Thema Amerika) für die ganze Schule statt. Die Klassenverbände werden aufgelöst, Projektgruppen bearbeiten ein Thema, das auf dem abschließenden Schulfest vorgestellt wird. 

1996/97

Alle 375 Schülerinnen schreiben gemeinsam mit der Hand das „Auer Evangeliar“, das bei den Schulgottesdiensten Verwendung findet.

Der Computerraum bekommt 16 neue Pentium – Rechner mit dem Betriebssystem Windows 95.

1997/98

Der Ausbau des 1. Obergeschosses bringt der Realschule drei neue Klassenräume, einen neuen Musikraum und einen Konferenzsaal. Der Umbau entwickelt sich zu einer Generalsanierung über drei Stockwerke, da die Böden verstärkt und erneuert werden müssen.

1998/99

Am 3. September 1998 hält die Büste der seligen M. Theresia Gerhardinger Einzug in die bayerische Walhalla.

Neu eingeführt wird der Berufsfindungstag der 9. Klassen. Firmen stellen sich in der Schule vor und geben den Schülerinnen Hilfen auf dem Weg ins Berufsleben. Diese Berufsvorbereitung fand bei allen Beteiligten große Zustimmung und wurde zu einer festen Einrichtung.

1999/2000

Nach einem Volksbegehren wird die 6-stufige Realschule jetzt zur Regelschule. Die Klasse 7a ist die letzte 4-stufige Klasse an der Schule.

Im Rahmen der inneren Schulentwicklung gestaltete das CI-Team der Schule, bestehend aus Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülerinnen einen umfangreichen Fragebogen für Eltern, Schülerinnen und Lehrer zur Standortbestimmung der Schule.

Die Schule ist im Internet und 10 Laptops ermöglichen einen Unterricht mit den neuen Medien in allen Klassenzimmern.

Zum ersten Mal legt die Französisch-Gruppe die DELF – Prüfung ab.

2000/01

Ein Internetcafé mit 7 Plätzen wird eröffnet, die Schule hat ihre eigene Homepage im Internet und 3 Beamer rücken die Multimediaergebnisse ins rechte Licht.

Auf dem Bildungskongress in Rosenheim stellt sich die Realschule mit dem Thema „Schülerinnen entwickeln Ideen durch Projekte und Projektunterricht“ vor.

Als Ergebnis der Analyse der Fragebogenaktion lassen sich 4 Lehrer und 16 Schülerinnen zu Schulmediatoren ausbilden, die in der Schule als Streitschlichterinnen tätig sind.

2001/02

Mit Beginn dieses Schuljahres treten ein neuer Lehrplan und eine neue Schulordnung in Kraft.

Für die 9. Klassen wird das 14-tägige Sozialpraktikum „Compassion“ eingeführt.

 

Am 1. Januar 2002 wechselt der Schulträger. Die Armen Schulschwestern v.U.l.Fr. übergeben ihre Realschule an die Erzdiözese München und Freising. Zugleich erhält die Schule einen neuen Namen: 

Theresia - Gerhardinger - Mädchenrealschule der Erzdiözese München und Freising


Sie steht damit in einer doppelten Tradition:

o      in der Tradition der Armen Schulschwestern, deren Gründerin Theresia Gerhardinger, die bayerische Realschule ganz entscheidend geprägt hat (manche sagen sogar, sie hätte diese Schulart erfunden) und

o      in der 1200-jährigen Tradition der bayerischen Diözesanschulen, seit Bischof Arbeo, der 3. Nachfolger Korbinians, auf dem Domberg in Freising die erste Bischofsschule eröffnet hat.

Diese Tradition ist Auftrag und Verpflichtung für die Zukunft.

  

Und es geht weiter:

2002/03

Ein neuer Umbau steht uns bevor. Das Tagesheim erhält einen eigenen Speisesaal. Die Realschule wird vom Kloster räumlich getrennt und bekommt in jedem Stockwerk einen weiteren Raum dazu. Der Eingangsbereich wird völlig neu gestaltet.